Schnelles Internet in Thränitz Fehlanzeige

Thränitz, Collis, Stern sind nach wie vor weiße Flecken.

Matthias Diezel nimmt mit Offenem Brief an Minister Tiefensee das Land in die Pflicht.

Matthias Diezel aus Thränitz, stellvertretender Ortsteilbürgermeister, hat Unterschriften für den Internetausbau gesammelt und einen Offenen Brief an Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geschickt

Gera-Thränitz „Der Ausbau drängt, seit es Internet gibt. Es gab mehrere Zusagen seitens der Stadt, es gibt die 2015 beschlossene Ausbauförderung von Bund und Land und das Ziel, dass der Ausbau bis 2020 abgeschlossen sein soll. Seitdem gibt es immer wieder Zusagen und Absagen. Wirklich getan hat sich nichts“, macht der Thränitzer Matthias Diezel seinem Unmut Luft. Noch immer sind die Geraer Ortsteile Thränitz, Collis und Stern weiße Flecken, profitieren gar nicht oder kaum vom Internetausbau.

Station in Ronneburg ausgereizt

„Die wenigen hier im Ort vor vielen Jahren verlegten Leitungen werden für Telefonanschlüsse genutzt. Man kann sie auch nicht mit Internet versorgen, da sie von der nächsten Station zu weit weg sind und damit hier nichts mehr ankommen würde“, beschreibt er das Dilemma. Vor etlichen Jahre habe man es über die alten Leitungen probiert, was da aber letztlich an Geschwindigkeit ankomme, wäre viel zu wenig. „Damit kann man keine Website laden“, versichert Diezel. Und selbst ein LTE-Anschluss lasse sich nicht mehr beantragen, da die Station in Ronneburg ausgereizt sei. „Bei keinem Provider, weder bei der Telekom noch bei Vodafone oder O2.“ Bei allem habe die Stadt ihren Part erfüllt, würde mit dem Land in Verhandlung stehen, hat Diezel erfahren. Deshalb versucht es Matthias Diezel – als Privatmann und in seiner Funktion als stellvertretender Ortsteilbürgermeister von Thränitz – nun mit einem Offenen Brief an Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Damit es endlich vorwärts geht, denn das ist kein Stand der Technik“, ist seine Intention. Er weiß, dass das Internet-Problem derzeit viel Initiative im Ort ausbremst. „Das beginnt mit dem Kindergarten, deren Mitarbeiter sehr lange allein für das Ausfüllen eines Formulars benötigen. Das setzt sich mit der Firma „Anhänger Braune“ fort, die für eine simple Bestellung beim Lieferanten einen halben Tag beschäftigt ist. Und auch die Gaststätte Kutschbach leidet darunter. Zwar können Kunden wenigstens per EC-Karte zahlen, beim WLan für Pensionsgäste, heute Standard, hört es aber schon wieder auf. Selbst Schüler, die oft für Aufgaben das Internet benötigen, haben schlechte Karten. Will Matthias Diezel von zu Hause aus arbeiten – der Angestellte bei der Prignitzer Leasing AG ist auch zuständig für die IT-Technik – gelingt ihm das nur übers Handy.

Auf Wanderung 2015 bereits Thema

Bei der gemeinsamen Wanderung am Reformationstag 2015 zur Eröffnung des Lutherweges in Collis hatte der Thränitzer vom Minister die Zusage erhalten, dass das Land Thüringen sich für den Ausbau einsetzt und alle unterversorgten Gebiete, zu denen die Gemeinde Thränitz gehört, bis 2019 anschließt. „Ich möchte Sie im Namen der Einwohner gern beim Wort nehmen und an Ihre Zusage erinnern“, heißt es nun in dem Offenen Brief. Dem Schreiben hat der Thränitzer eine lange Liste an Unterschriften angefügt. „Wirklich alle im Ort, die ich bei meinem Rundgang zu Hause antreffen konnte, haben dafür auch unterschrieben“, so Matthias Diezel. Sein Brief ist jetzt unterwegs und er hofft, dass sich der Minister bei dieser Problematik für seine neue, zweite Heimatstadt engagiert.

Von Christiane Kneisel

Quelle: https://gera.otz.de/web/gera/startseite/detail/-/specific/Schnelles-Internet-in-Thraenitz-Fehlanzeige-215601905

„Die Stadt ist nun in der Pflicht“

Thränitz Spielplatz

Gera-Thränitz. „Der Spielplatz rutscht in der Priorität immer wieder nach hinten“, berichtet Dieter Karius, Ortsteilbürgermeister von Gera-Thränitz. Für die Einwohner sei das unverständlich. „Denn wie es die Stadt wollte, ist dieser Kleinkindspielplatz in finanzieller Eigeninitiative von Thränitzern mit einem Zaun umrandet worden, für mehr Sicherheit“, so Karius. Zwei Spielgeräte, Federtiere, die seit vielen Jahren eingelagert waren, wurden aufgebaut. Ein Großteil der Fläche ist noch frei – eben für die beiden Spielgeräte von der Stadt. „Es sollte unter anderem noch eine Schaukel kommen. Nun haben wir eine Fläche zum Rasenmähen“, meint Matthias Diezel, stellvertretender Ortsteilbürgermeister. Das sei mittlerweile seit etwa zwei Jahren so auf diesem Areal .

Der Platz werde durchaus genutzt von den jüngsten Thränitzern, mit weiteren Spielgeräten noch mehr, sind sich beide sicher. „Wir haben unseren Teil bei diesem Thema erfüllt. Nun ist die Stadt Gera in der Pflicht“, findet Dieter Karius.

Auf Nachfrage dieser Zeitung informierte die Stadt, dass bereits in der Planung 2016 auch eine neue Nestschaukel und eine Vierfach-Wippe zuzüglich Pflanzungen aufgenommen wurden, allerdings das Geld dafür fehlten.

Gleichzeitig erfolgte durch den Fachdienst Stadtgrün für das Jahr 2017, 2018 und nun auch für das Jahr 2019 immer wieder die Anmeldung dieser Investition, sprich Errichtung von Nestschaukel und Wippe im Haushalt. „Leider konnte diese auf Grund fehlender Investitionsmittel und der Vorrangigkeit von Pflichtaufgaben zu freiwilligen Leistungen im Haushalt bisher nie bestätigt werden“, schreibt die Stadt. Sie teilt weiter mit, dass durch die Arbeitsgruppe Spielplätze dem Unterausschuss Jugendhilfe und dem Jugendhilfeausschuss eine Prioritätenliste zur Vergabe der wenigen Mittel vorgeschlagen wird. In dieser Arbeitsgruppe würden auch die betroffenen Ortsteilräte mitwirken, um die Notwendigkeit der Investition zu verdeutlichen. „Leider wurde diese Chance der Verdeutlichung der Notwendigkeit durch den Ortsteilrat jedoch trotz Einladung bisher nicht wahrgenommen“, so die Stadtverwaltung.

Im Januar 2019 soll die Arbeitsgruppe Spielplätze wieder tagen, wo das Thema Thränitz im Rahmen der Erarbeitung der Prioritätenliste – Verwendung Mittel der Infrastrukturpauschale 2019 erneut aufgerufen werde. Der Ortsteilrat könne sich bei dieser Gelegenheit einbringen. Über die Verwendung von Investitionsmitteln entscheidet der Stadtrat. ck

Surfen im Internet – keine Chance

Die Thränitzer haben für den Ausbau schon viele Zusagen erhalten und hoffen nun auf eine baldige Lösung:


Von Christiane Kneisel
Gera-Thränitz. „Ursprünglich wurde uns unter Oberbürgermeister Norbert Vornehm versprochen, dass wir demnächst Internet haben. Unter diesem „demnächst“ hatten wir einen Zeitraum von ein, zwei Jahren verstanden. Nun gingen etliche Jahre seit Norbert Vornehm ins Land und es hat sich immer noch nicht viel bewegt“, erzählt Dieter Karius, Ortsteilbürgermeister von Thränitz. Auch Minister Wolfgang Tiefensee wäre schon da gewesen und hätte informiert, dass sich bis zum Jahr 2019 etwas tut. Die Zeit bis dahin wird zweifellos knapp.

Allerdings sei nun nach Auskunft der Stadt wenigstens eine Ausschreibung für den Netzausbau in Gera erfolgt, können die Thränitzer berichten. Darin seien alle Ortsteile aufgenommen, die derzeit über gar kein Internet verfügen wie eben der Stadtteil beziehungsweise über weniger als 50.000 Mbit zur Verfügung haben.

„Eigentlich sollte diese Ausschreibung schon durch sein, wurde aber nochmals verlängert, weil es nicht so einfach ist, ein riesiges Gebiet in Zahlen zu fassen“, erklärt Dieter Karius. Er ist selbst gespannt, welcher Zeitrahmen nun abgesteckt wird. Dass die Landesregierung für das Projekt schon Fördergelder zugesichert hat, stimmt ihn auf jeden Fall hoffnungsvoll.

Die Thränitzer haben ihre Hausaufgaben gemacht, aufgelistet, welche Privatleute und Firmen in Thränitz, Collis und im Gebiet Am Stern schnelles Internet haben wollen, Die Liste liegt im Rathaus. „Aber seitdem haben wir nichts mehr gehört“, so der Ortsteilbürgermeister. „Bei uns gibt es weder ISDN-Anschlüsse, die man sinnvoll mit Internet nutzen, noch LTE-Verbindungen, die man buchen kann. Für letzteres stehen die Masten in Ronneburg, sind jedoch alle ausgebucht“, berichtet Matthias Diezel, stellvertretender Ortsteilbürgermeister. Will er selbst daheim Filme oder ähnliches aus dem Internet anschauen, lädt er sie sich zuvor in der Firma herunter „In der Stadt Gera hat man die Möglichkeiten fürs Internet peu à peu erhöht und den Erfordernissen weitgehend angepasst, im ländlichen Raum ist nichts passiert“, so Diezel. Er weiß von etlichen Firmen, die darauf warten – die Pension Kutschbach in Collis will den Hausgästen Internet anbieten, Anhänger Braune braucht es für die tägliche Arbeit. Dieter Karius: „Wir wissen schon nicht mehr, wie wir die Leute vertrösten sollen. Und wir können nicht noch 30 Jahre warten, bis hier etwas passiert.“
Quelle: https://gera.otz.de/web/gera/startseite/detail/-/specific/Immer-noch-kein-Internet-in-Thraenitz-900898632