Einen Traktor für den Kindergarten

Gera-Thränitz. Die Freude war so riesengroß, dass die 37 Thränitzer Kindergartenkinder gleich zwei Mal in dieser Woche ihren neuen Spielgarten feierten. Zum Kindertag allein und mit ganz vielen Scheren beim Banddurchschnitt; am Dienstag mit Sponsoren, Bauarbeitern und Orangensaft.Die gute Nachricht
Schon im Vorjahr hatten Erzieherinnen und Eltern ein Konzept erarbeitet, wie der hügelige Spielgarten künftig aussehen kann. Eltern steuerten eine lange Liste mit Sponsoren bei und trugen sich auch gleich selbst ein. Am Ende kamen 17 Sponsoren zusammen, die nicht nur 3000 Euro spendeten, sondern obendrein ihre Arbeitskraft und Bautechnik. Thomas Schipke von der Thränitzer Firma Straga hob die überraschend aufgetauchte 15 laufende Meter und einen Meter tief messende alte Grundstücksmauer aus. Genau dort, wo später der Sandplatz für den Traktor und die abschüssige Rollerstrecke entstanden sind.

Sein Mitarbeiter hatte wohl die meisten kleinen Zuschauer bei der Montage des Holztraktors. Dieser stand schon Monate vorher neben dem Spielgarten. Weil kein Kran ihn weiterbewegen konnte, musste das 700 Kilogramm schwere Spielgerät auseinandergebaut und wieder zusammengefügt werden, erzählte Leiterin Sonja Seidl.

Als hätte es nie etwas anderes für sie gegeben, bewegen sich die Kinder im Spielgarten, rufen „Bahne frei, Kartoffelbrei!“, um mit ihrem Roller übers Pflaster zu jagen. Noch muss der Rasen wachsen. Deshalb ist er mit rot-weißem Flatterband gesperrt.

Winfried Wunderlich vom Träger Volkssolidarität dankte den Eltern für die Geduld und den Sponsoren für ihren Einsatz. „Ohne sie geht mittlerweile gar nichts mehr. Was die Ausnahme war, ist zur Regel geworden. Nur mit der Kraft von Spendern und Sponsoren zu arbeiten, ist nicht die Normalität“, sagte er. Außerdem dankte er den Erzieherinnen, die das Vorhaben „so tapfer und couragiert“ in Angriff genommen hätten und das Baugeschehen von Kindern ferngehalten haben.

Noch seien im Garten Kleinigkeiten zu erledigen. Als Kraftakt würde aber die Erfüllung der Brandschutzauflagen im Inneren des Hauses vor dem Träger stehen, so Wunderlich. Weil die Bauarbeiten schon im November mit dem Verlegen neuer Entwässerungsleitungen starteten, ist er aber jetzt erst einmal froh, dass Ruhe eingekehrt ist. Sylvia Eigenrauch / 04.06.15 / OTZ 

 

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