Raupenplage im Südwesten Geras ist auf dem Zenit

Der Schwammspinner mag es trocken und warm. In den nächsten Wochen verpuppen sich die Tiere

Raupe des Schwammspinners im vierten Häutungsstadium. Sie ist etwa 25 Millimeter lang. Ein Kontakt kann Rötungen verursachen. Foto: René Köhler / Museum für Naturkunde GeraRaupe des Schwammspinners im vierten Häutungsstadium. Sie ist etwa 25 Millimeter lang. Ein Kontakt kann Rötungen verursachen. Foto: René Köhler / Museum für Naturkunde Gera

Die Entwicklung des Schmetterlings. Foto: René Köhler / Museum für Naturkunde GeraGera. Behaarte Raupen fressen Bäume kahl und bevölkern Häuserwände. In den vergangenen zwei Wochen mehrten sich Berichte über eine Raupenplage im Südwesten Geras . So sind nach Informationen des Naturkundemuseums nicht nur Eichen am Zoitzberg oder in Thränitz , sondern auch Obstbäume und Ziergehölze in direkt benachbarten Gärten in Liebschwitzbefallen. Doch die Fachleute geben Entwarnung. Es ist nicht der Eichen-Prozessionsspinner wie vor einigen Jahren. Raupen dieses Nachtfalters besitzen Brennhaare, die Hautreizungen bis Verbrennungen verursachen können, und das nicht nur bei Berührung, sondern auch durch flüchtige Haare. Für die aktuelle Raupenplage ist der Schwammspinner verantwortlich. Dessen bis fünf Zentimeter lange Raupen können bei Berührung auf empfindlichen Hautstellen ebenfalls Rötungen verursachen, besitzen allerdings bei Weitem nicht das Allergiepotenzial ihrer Verwandten. Dennoch sollten vor allem Kinder keinen Kontakt mit den bunten, haarigen Raupen haben. Die Tiere können sich an Seidenfäden aus Bäumen abseilen und hängen so in der Luft. Auch können sie von der Fassade in Wohnräume eindringen. Deshalb sollten Fenster geschlossen bleiben oder mit Fliegengitter ausgerüstet sein. Bei extremem Befall am Haus könne Kontaktgift die nächste Häutung verhindern. Allerdings werde auch der professionelle Schädlingsbekämpfer das Nachwandern neuer Raupen aus dem benachbarten Wald nicht verhindern können. Dann helfe nur das Abspülen mit Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger und das Zusammenfegen.

Massenvermehrungen des wärmeliebenden Schwammspinners, der vor allem im Mittelmeerraum verbreitet ist, treten nach milden Wintern und unter trockenem, warmen Wetter zwischen Mitte Mai bis Juni auf und häuften sich in den letzten drei Jahren. Tagsüber verbergen sich die Raupen vor ihren Fressfeinden an schattigen Stellen. Dämmert es, verteilen sie sich, um zu fressen. Sind die Eichen entlaubt, machen sie vor Gartenpflanzen nicht Halt. Gesunde Eichen überstehen den Kahlfraß und treiben Ende Juni neu aus, wenn sich die meisten Raupen verpuppt haben. Der Zenit sei jetzt erreicht; die meisten Raupen würden sich in den nächsten Wochen verpuppen. Der Falter produziert eine Generation im Jahr. Von Juli bis August schlüpfen die Schwammspinner und legen Eier an der Borke der Wirtsbäume. Tiefere Frostperioden im Winter überstehen sie nicht.

OTZ / 07.06.19
https://gera.otz.de/web/gera/startseite/detail/-/specific/Raupenplage-im-Suedwesten-Geras-ist-auf-dem-Zenit-225626354

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