Knappe Mehrheit lehnt drei neue Häuser in Collis ab

Junge Leuten wollen in der Nachbarschaft des Ortskerns bauen. Linksfraktion erwartet zunächst Wohnbaukonzeption für die Ortsteile.
Von Sylvia Eigenrauch
Gera. Den Neubau von bis zu drei Einfamilienhäusern im Ortskern von Collis hat der Stadtrat am Donnerstag mit knapper Mehrheit abgelehnt.
16 Mitglieder stimmten mit Nein, 14 mit Ja und drei enthielten sich ihrer Stimme. Mit dem neuen Bebauungsplan sollte der Ortskern abgerundet werden. Die Fläche, die 10 000 Quadratmeter nicht erreicht, grenzt an die Gessentalstraße und die Dorfstraße sowie an den dortigen Bauerngarten und die Bushaltestelle. Heute wird sie als Acker genutzt. Mit dem Bebauungsplan sollte auch Planungsrecht für einen Bedarfsparkplatz für die Gaststätte Kutschbach geschaffen werden.
Bernd Leithold (Linke) kritisierte, dass das Bauen in den Ortsteilen die Innenstadtentwicklung schwäche. Er stellte den Antrag, den Bebauungsplan in die Verwaltung zurückzuge- ben und statt dessen ein Entwicklungskonzept Wohnen für die eingemeindeten Orte zu entwickeln. Eine Mehrheit fand dieser Antrag nicht.
Ortsteilbürgermeister werben für ihre Orte
Dafür erklärte Norbert Geißler (CDU), Ortsteilbürgermeister für Milbitz, Thieschitz und Rubitz, dass dieses Konzept in vollem Gange sei. So habe die Oberbürgermeisterin die Ortsteilbürgermeister um Vorschläge gebeten, welche Flächen sich jene für die Wohnbebauung vorstellen können. „Wir haben Anfragen von jungen Leuten aus Jena, Zwickau und Leipzig und können momentan nichts anbieten“, sagte Geißler und könne die Ablehnung nicht verstehen, wenn sich dann doch eine Baulücke finde. Unterstützt wurde er von Bernd Müller (Liberale Allianz), Ortsteilbürgermeister in Aga. „Wir haben das in den 90er-Jahren verpennt“, sagte er.
„Ich bin nicht dagegen, dass junge Leute nach Gera ziehen. Aber wir sollten zuerst Lücken bebauen, bevor wir an den Rändern ausufern“, erklärte Monika Hofmann (SPD). Für sie sei das nicht die erste Einzelentscheidung des Stadtrates. Die jüngste betraf ein Haus in Naulitz. „Bebauungspläne sind Satzungsrecht und sollten größere Trag- weite haben“, warb sie.
Für Hans-Jörg Dannenberg (CDU) geht nur beides zusammen: Die Entwicklung des ländlichen Raumes und der städti- schen Siedlungsgebiete.
„Ich unterstütze ausdrücklich diese Vorlage“, betonte Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos). „Wer in unserer Stadt bauen will, der baut auf unsere Stadt“, sagte sie und sprach sich dafür aus, Bauwillige mit offenen Armen zu empfangen und sie zu unterstützen. Andreas Schubert (Linke) verwahrte sich dagegen, seine Fraktion als Verhinderer zu sehen. Vielmehr gehe es ihr um ein geordnetes Verfahren.

2 Gedanken zu „Knappe Mehrheit lehnt drei neue Häuser in Collis ab“

  1. In einer ordentlichen Ortschaftsratssitzung Thränitz-Collis-Stern haben die Bürger und der Ortschaftsrat einstimmig für den Neubau gestimmt.
    Keiner der Stadträte war zu dieser Sitzung anwesend oder hat je mit uns seine Bedenken besprochen.
    Herrn Leithold´s Einwand kann ich nicht nachvollziehen. Warum sollte jemand mit einem eigenem Grundstück, Arbeit und Wurzeln in Collis nach Gera-Zentrum ziehen. Vielleicht ist ja eine stündliche Busanbindung Gera-Collis geplant? Welche Grundstücke sind in Gera bebaubar?

    Matthias Diezel

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